Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

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Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Shoggoth am Mi März 04, 2015 10:25 pm

Schwarze Augen starrten mich an. Sie wirkten übermüdet und waren blutunterlaufen. Dazu passend ein nachlässig rasierter Bart und ungezähmtes schwarzes Haupthaar das auf breite Schultern fiel. Der gesamte sichtbare Oberkörper war von einem leichten Flaum bedeckt, der dem sonst hellem Hautton einen Stich ins bräunliche gab. Aber darüber musste ich mir keine Gedanken machen, schließlich lief ich nicht halbnackt durch den Schankraum.
Aber mein Gesicht musste hergerichtet werden. Es war fast schon wieder Vollmond und daran musste ich meine Rasurgewohnheiten anpassen. Aber ich hatte mir einiges Geschick mit der Rasierklinge angelernt, das war wohl ein weniger bekannter Teil meines Fluches.
Es dauerte eine Weile bis ich mein Gesicht gründlich vom Bart befreit hatte, dabei kreisten sich meine Gedanken um meine Vorräte. Ich hatte noch 2 Ampullen, also sollte ich den nächsten Vollmond nutzen um wieder aufzustocken. Das war unangenehm, aber es ließ sich nicht vermeiden. Nur so konnte ich dafür sorgen frei von dem Zwang des Mondes zu leben. Üblicherweise konnte ich in Nächten meinen Drang kontrollieren. Aber manchmal... da brauchte ich meine Medizin. Vor allem während des Vollmonds, mit reiner Willenskraft konnte ich mich da nicht verteidigen.
Mein System war recht einfach, aber etwas unpraktisch. Nach vielen, vielen Experimenten meinerseits, bin ich nur auf eine effektive Heilung gestoßen. Wobei Heilung eigentlich ein zu starkes Wort ist, eher eine Hemmung, wenn man denn so will. Ich injizierte mir einfach mein eigenes Blut. Natürlich nicht einfach so, sondern nur bestimmtes Blut. Jenes nämlich, welches ich mir selbst entnehme während die Bestie meinen Körper bestimmt. Dieses Blut besänftigt den Drang der Verwandlung, nur konnte ich mich während der Behandlung kaum konzentrieren. Das Biest war dann sehr stark in mir, es wurde nur etwas zurückgehalten, so dass ich wenigstens meinen Körper weiter kontrolliere.
Es war also bald mal wieder Zeit... Nun, es würde schon werden.
Nachdem ich die Rasur beendet hatte, wusch ich mein Gesicht gründlich. Gut, an meinen Augen konnte ich sowieso nichts ändern, die sahen meistens so aus. Wenigstens waren sie nur schwarz. Sobald sie rot werden kommen die Probleme...
Ich seufzte und machte mich an meine Nägel. Die waren recht ordentlich gefeilt, denn auch das ist mir zur Routine geworden. Als Werwolf wachsen diese Dinger einfach viel schneller. Eine wirkliche Schande. Als hätte ich nicht schon genug Probleme.
Ich band noch meine Haare nach hinten und war dann doch ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Zumindest war ich nicht grottenhässlich. Man muss auf sein Aussehen achten, denn ein freundliches Gesicht bekommt mehr Bestellungen. Schon als Jäger musste ich lernen, dass die Leute etwas mehr herausrückten wenn ich mich pflegte. Denn der verlotterte, haarige Vagabund war einfach nicht viel wert, egal wie geschickt er sich anstellte.
Außerdem war ich noch jung, gehen lassen konnte ich mich mit dem Alter. Aber bis dahin würde ich diesen Körper noch brauchen. Auch wenn ich meinem Spiegelbild die Jahre auf Wanderschaft schon deutlich ansehe. Wenigstens blieb ich vor Narben und Wunden verschont. Werwölfe waren eben nicht leicht zu verletzen. Schon gar nicht dauerhaft. Und mit Silber hatte ich es glücklicherweise fast nie zu tun bekommen. Wozu brauchte ein Vampir auch einen Silberdolch? Die kräftigeren Exemplare rissen dir einfach den Kopf von den Schultern, so etwas kleinliches wie Waffen war den meisten dunklen Kreaturen egal.
So lange ich nicht gerade in meiner Transformation steckte, war ich doch recht nett anzusehen. Vorausgesetzt man hat nichts gegen Pelz...
Meine Räume waren abgetrennt von den Schlafräumen der Gäste, einfach um die Privatsphäre zu wahren. Ich hatte mich im Erdgeschoss eingerichtet, während die Zimmer erst im 1. Stock begannen. Genug Platz war da, damit hatte ich nicht geknausert. Warum auch? Geld zum Investieren war damals nicht meine Sorge gewesen...
Als ich den Schankraum betrat tummelten sich darin nur wenige Gäste. Verständlich, so früh am Morgen saßen nur diejenigen am Tisch die sich eingemietet hatten. Alle anderen würden heute Abend kommen. Vielleicht auch vorher der ein oder andere, der sich mit einem von Marias Mädchen die Zeit vertreiben will. Aber auch bei ihnen würden die Termine heute Abend sicher mehr werden.
Obwohl es sicher nicht der erste Gedanke gewesen ist, als ich an eine Gaststube dachte, so empfand ich das Geschäft heute doch als völlig normal. Der zusätzliche Betrieb brachte Kunden, gute Kunden mit prallen Börsen. Platz war kein Problem und es störte niemand. Schließlich war der Schankraum groß genug, und die Mädchen ja auch in ihrem eigenen Bereich. Der zugegeben, recht hübsch ausschaute. Die Vorhänge als Raumtrenner waren sehr gelungen. Auch die restliche Einrichtung bot unseren Gästen die angemessene Entspannung. Eine Hand um eine Frau, die andere ans Bier, so ist es Recht. Davon haben alle was. Und jeder der sich nicht für diese horizontale (oder welche Achse man auch immer vorzieht) Tätigkeit interessiert, der hatte genug Raum für sich. Aber wer sollte sich beschweren zu seinem Bier auch noch ein barbusiges Mädel am Tisch zu haben? Naja, vielleicht ein paar eher...vorsichtige Gesellen.
Für mich war es jedenfalls ein Glücksfall Maria getroffen zu haben. Auch wenn man mich etwas überreden musste, aber dass machte die Frau wirklich gut. Wenn sie ein Ziel hatte, dann erreichte sie es auch, mit vollem Einsatz. Das war wirklich bewundernswert. Und mittlerweile hat es sich zu einer sehr fruchtbaren Partnerschaft gemausert. Natürlich rein geschäftlich. Wir konnten alles gut am laufen halten, aber wir wussten auch was unsere Angelegenheiten waren und was nicht. Ein sehr wichtiges Talent in diesem Berufsfeld.
Natürlich hätte ich sie nicht von der Bettkante gestoßen, sie war schließlich so etwas wie eine exotische Schönheit, aber zu viel Intimität wäre vielleicht nicht unbedingt gut für das Geschäft. Jeder hat seine Sache hier, und das war auch gut so.
Und sie machte ihre Sache sehr gut, hin und wieder griffen wir uns auch gegenseitig unter die Arme, so dass wir beide einen gar nicht so verachtenswerten Gewinn verbuchen konnten. Manchmal gewinnt halt einfach jeder.
Hinterm Tresen hatte ich schon damit angefangen Frühstück zu kochen und ein wenig den Laden auf Vordermann zu bringen, schließlich konnte es nicht schaden einen sauberen Tresen vorzeigen zu können. Darauf legten viele wert. Gut, einigen reichte es auch aus wenn der Wirt nicht direkt in die Suppe spuckt.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Do März 05, 2015 2:48 pm

Gähnend wartete ich darauf, dass der dicke, trottelige kleine Händler aus seinem Bettchen kroch. Die Sonne war gerade erst aufgegangen, die fleißigen Bauern schon seit Stunden wach. Eine sanfte, kühle Brise kämpfte sich durch meine dichten Locken bis zum Nacken durch, um mir die feinen Härchen aufzustellen. Leicht fröstelnd hämmerte ich nochmals mit der linken Faust gegen die hölzerne Tür. Nach dem aufstehen hatte noch alles planmäßig funktioniert und jetzt funkte mir der Faulpelz dazwischen? Sein Haus war nicht der letzte Halt an diesem morgen, aber einen Umweg gehen wollte ich auch nicht. Schließlich waren noch andere Vorbereitungen zu treffen, bevor das Tagesgeschäft beginnen würde. Endlich vernahm ich zögerliche, kleine, langsame Schritte, die sich schleifend der Tür näherten, die sodann mit einem Quietschen aufging. Der kleine Mann, der mir in meinen hohen Schuhen gerademal bis zur Brust reichte, obwohl ich selbst auch schon nicht die größte war, rieb sich mit beiden Fäustchen die Äuglein. Mit krächzender Stimme fragte er dann, was ich in aller Herrgottsfrühe vor ihm wolle. Obwohl ich den Zwerg mit seinem langen, spitzen Bart und der albernen Schlafmütze nicht ausstehen konnte, setzte ich mein schönstes Lächeln für ihn auf. "Entschuldigt die Störung, werter Herr, aber Ihr wisst doch, dass ich nie ruhe... Ich wollte Euch auch nicht lange belästigen sondern lediglich die Gewürze abholen, die Ihr für mich besorgen wolltet. Ein Botenjunge hatte mir gestern gesagt, dass ich sie heute abholen könne.", beantwortete ich seine Frage.

Er war nicht die Art Mensch, die man gerne um sich hatte oder mit dem man sich lange unterhalten mochte. Weder Humor noch Freundlichkeit gehörten zu seinen herausragenden Eigenschaften, sodass er sich immer mehr zu einem Stammkunden entwickelte. Seine monatlichen Besuche fanden mittlerweile mehrmals die Woche statt, Trinkgeld gab es zwar nie, aber die Preise für ihn waren ohnehin ganz andere. Wer will es mir auch verdenken? Schließlich sollen meine Mädchen sich verkaufen, nicht verschenken. "Die Gewürze.... Ah, ja, ich hole sie schnell.", sagte er nach reiflicher Überlegung und knallte mir die Tür vor der Nase zu. Wenige Minuten später flog sie sogleich wieder auf. In seinen viel zu kurzen Ärmchen hielt er sechs Seidensäckchen, die etwa ein Pfund fassten und prall gefüllt waren. "Das wäre dann die Bestellung... nehmt Ihr alles, oder nur einen Teil? Alles könnte teuer werden..", ich wusste, dass unsere Vorräte an Gewürzen nahezu ausgeschöpft waren und gerade diese unser Essen besonders schmackhaft machten. Natürlich war Belvas Kochkunst nicht zu verachten, aber gerade die wohlhabenden Gäste waren selten mit dem einfachsten zufrieden. "Was würde mich alles zusammen kosten, mein Lieber? Ich bin sicher, Ihr macht für eine Stammkundin einen guten Preis, so wie auch ich für meine Stammkunden bessere Preise mache.", bluffte ich. Erschrocken zuckte er zusammen und schaute sich aufgeregt nach allen Seiten um. Die Leute wussten, was ich beruflich tat, das war ihm eben so gut wie mir bekannt, doch im Gegensatz zu ihm scherte es mich nicht. Natürlich war auch ich sonst diskret, aber weit und breit war niemand zu sehen. Außerdem würde ich mir einen Rabatt nicht ohne weiteres durch die Lappen gehen lassen. "Nun.... Da Ihr es seid, macht das 6 Goldkronen pro Sack.", stotterte er sichtlich nervös. Sein feuerrotes Köpfchen sah so aus, als würde es jeden Augenblick schmelzen. Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, doch mit dem Preis war ich nicht sonderlich zufrieden. "Das wären aber immer noch 36 Goldkronen. Können wir uns nicht auf... sagen wir 28 Goldkronen einigen? Ihr würdet mir einen grooooßen Gefallen tun, den ich bei Eurem nächsten Besuch gerne erwidern werde.", seuselte ich weiter. Er schien angestrengt zu überlegen, stimmte letztenendes aber zu und übergab mir die Beutel im Tausch gegen die Goldmünzen.

Ich bedankte mich und zog von Dannen, um frischen Fisch zu besorgen. In aller Frühe gab es den besten, außerdem musste ich so nicht anstehen. Auch waren um die Zeit noch die großen Exemplare zu haben, wenn man richtig danach fragte. Der Händler, der gerade noch seinen Stand aufbaute, sah mich auf ihn zukommen. "Tochter der Sonne! Wie viele darf ich dir einpacken?", begrüßte er mich mit einem breiten Grinsen. "Pack mir mal 10 von den Großen ein.", sagte ich freundlich und schenkte ihm ein ehrliches Lächeln. Er fragte noch nach meinem Befinden und den üblichen Krams, ehe er mir mit einem Lächeln 11 Fische reichte. Ich legte ihm 2 Kronen auf den Tisch. Während er nach Rückgeld kramte, verabschiedete ich mich kichernd und ging zurück zu der Gaststätte. Die großen Bestellungen hatte ich bereits erledigt, es blieb also nur noch der Besuch bei der Kräuterfrau, den ich mir aber für den folgenden Tag aufheben wollte, falls ich eines der Mädchen mitnehmen musste. Auf dem Weg zu meiner Arbeitsstätte begegnete ich einigen Gestalten, die mir durchaus bekannt vorkamen. Sie guckten auffällig unauffällig nach unten und taten offenbar so, als würden sie mich nicht kennen. Es sollte mir recht sein, solange sie mich wieder mit einem Besuch beehren.

Vor mir ragte die Gaststätte zum zwitschernden Löwen aus dem Boden empor und überragte deutlich die heruntergekommenen Häuser derjenigen, die niemand in der Stadt haben wollte. Wir  aber hatten den Platz ganz bewusst gewählt, denn hier konnten wir tun und lassen, was wir wollten und beherbergen, wen wir wollten. Außerdem konnten wir auch so Reisende auf dem Weg zur Stadt abfangen, auch beschwerte sich in dieser Gegend niemand über Lärm oder ähnliches.

Die steinernen Mauern des Gebäudes und seine vielen Stockwerke ließen das Gasthaus wie einen Koloss erscheinen, der sich ins Tal setzte und es nahezu ausfüllte. Es war so großflächig, dass man vermuten könnte, dass alles andere in der Umgebung ein schlechter Witz war. Nein, dieses Gasthaus war keineswegs gewöhnlich. Es stand anderen im nichts nach, im Gegenteil, so viele Gasthäuser es in dieses Gegend auch geben möge, dieses würde stets herausragen.

Mit einem tiefen Seufzer ging ich hinein in die Küche, um meine Einkäufe abzulegen. Es roch im ganzen Haus bereits nach gebratenen Eiern und Käse, einige Gäste hatten sich auch schon im Gastraum verteilt. "Guten morgen. Schon auf?", ich stellte mich neben Belva, um die Fische auszunehmen und zu salzen, damit sie nicht schlecht würden und zu stinken anfingen. Wieder konnte ich mir ein Gähnen nicht verkneifen. Wie immer war die Nacht viel zu kurz gewesen, ich hatte nichteinmal vier Stunden schlafen können, ehe der Tag wieder begonnen hatte... Aber zum Nachmittag hin, wenn Oleg, Ivan und die Mädchen da sein würden, könnte ich mich nochmal ins Bett legen, ehe das Abendgeschäft seinen Beginn einläuten würde.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Shoggoth am Mo März 09, 2015 6:38 pm

Maria leistete mir in der Küche Gesellschaft, nachdem sie die allmorgendlichen Tätigungen erledigt hatte. Eine Aufgabe die ich mit großer Dankbarkeit an sie abtrat, da ich üblicherweise einen langen, gesunden Schlaf bevorzuge. Aber es gibt eben so Tage im Monat, da war Schlaf ein kostbares Gut. Das Wolfsblut sorgte aber dafür das meine Leistung nicht darunter litt, müde wurde ich erst nach einer langen, anstrengenden Jagd, der Alltag im Gasthaus war ein Spaziergang dagegen. Nur hatte ich nie etwas gegen lange Nickerchen einzuwenden, es gefiel mir einfach viel zu schlafen.
„Einen wunderschönen guten Morgen.“ begrüßte ich Maria freundlich „Wir haben ja bald schon wieder Vollmond.“ erwähnte ich nahezu beiläufig, als Antwort auf ihre Frage. Sie würde schon verstehen was ich meine. Mit „Tagen im Monat“ kannte sich diese Frau ja aus. Gut, man könnte sagen Frauen generell, aber für sie war es noch ein wenig entscheidender. Dieser Umstand war in diesem Haus also nicht außergewöhnlich, könnte man sagen.
Natürlich wusste Maria von meinem Fluch, schließlich verbrachte sie einen Großteil ihrer Zeit in meiner unmittelbaren Nähe, da konnte ich sie nicht völlig im Dunkeln tappen lassen, aber sie wusste auch dass ich keine Gefahr darstellte. Noch hatte ich keinen Kunden aufgefressen, obwohl man sich diese Möglichkeit immer gerne offen hält... Aber zu solch drastischen „Problem-Lösungen“ muss ich nie greifen. Es wäre auch eine Schande, das Blut kriegt man nirgendwo wieder raus. Und, nicht dass ich prahlen möchte, aber die Tische und der Boden waren nicht unbedingt billig, das sollte man mit entsprechendem Respekt behandeln.
Irgendwo war ich dann wohl doch noch Aristokrat. Auch bei der Auswahl von Essen, man will schließlich etwas bieten. Außerdem war ich gewisse Standards gewohnt, auch wenn es während meiner Zeiten als Jäger oftmals schwierig war an Gewürze und dergleichen zu kommen. Aber ich hatte mir immer behelfen können. Es muss nicht immer das wertvollste aus dem Süden sein, aber man sollte zumindest versuchen das Essen abzurunden. Ein wenig Finesse braucht es. Irgendein Teil vom Schwein so lange durchgaren bis es essbar aussieht, ist schließlich keine Art. Auch hier zeigt sich Maria unheimlich nützlich, immer wieder hatten wir interessante Kleinigkeiten im Haus die ich in die Gerichte einbauen konnte, so dass wir nicht ständig dieselbe Suppe auftischen mussten. Wir können zwar nicht immer jeden Wunsch erfüllen, aber ich denke wir machen uns gut.
Während ich noch Suppengrün schnitt und zwischendrin immer wieder umrührte stellte ich schmunzelnd eine Frage an Maria „Dieses Attentat auf diesen...“ ich schnipste mit den Fingern, Namen entfielen mir so leicht“ähm.. Kerl, Leibgarde und so...ah... du weißt schon. Jedenfalls zieht es wohl schon seine Kreise. Viele Gaststätten wurden auf den Kopf gestellt, weil man einen bezahlten Mörder von außerhalb vermutet. Man hat wohl auch ein armes Schwein gefunden, das jetzt hängt, aber nur so eine Frage.... Erinnerst du dich an diesen jungen Mann der vor ein paar Tagen ein extra ruhiges Zimmer wünschte? Ich glaube wir können sein Zimmer wieder vermieten, lange bleibt er nicht mehr.“ So offen reden konnte ich nicht immer, vor den Kunden war das undenkbar, aber Maria war komplett vertrauenswürdig. Jedenfalls für mich, schließlich brauchte ich sie auch. Denn als Werwolf war ich ansonsten ziemlich ausgeliefert.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am Mo März 09, 2015 8:34 pm

"Bitte sehr. Macht 8 Goldkronen." Dem breitem, muskolösem Mann blieb fast die Luft weg, als er meinen Preis hörte. "8 Goldkronen?! Macht ihr Witze, Alter? Das ist beinahe meine ganze Bezahlung für die Woche!" empörte er sich. Ich schielte ihn geringschätzig an. "Und die Salbe hält für 2 Wochen... und in spätestens einer könnt Ihr wieder untertage. Andererseits sind es nicht meine Beine, junger Mann. Nehmt die Salbe und seit die Schmerzen los, oder verschwindet aus meinem Laden! Ihr vertreibt zahlende Kundschaft." Der Gesichtsausdruck des Bergarbeiters verfinsterte sich. Ein normaler Mann würde sich jetzt vielleicht Sorgen machen, vor allem wenn er so alt aussah wie ich. Schließlich waren wir nicht gerade im bestem Viertel der Stadt... Überfälle und Angriffe auf die Wehrlosen waren hier an der Tagesordnung. Zum Glück war ich weder ein normaler Mann, meines Alters, noch so wehrlos wie es den Anschein hatte. Ich lehnte mich also ruhig auf meinem Gehstock und wartete.
Nach kurzer Zeit schien sich der Grobian entschlossen zu haben, dass es keine gute Idee war mich in meinem Ladem zu attackieren... es gab immer noch Gerüchte über die Ersten die versucht hatten mich zu einer "Schutzgeld" Zahlung zu überreden. Pah! Alles Amateure, die jungen Leute von heute. Nicht mal ordentlich drohen konnten sie... geschweige denn jemanden ausrauben oder zu verprügeln. Der Muskelprotz schmetterte die verlangete Anzahl Münzen auf den Tisch, schnappte sich seinen Tiegel mit der Salbe und stürmte aus dem Laden... wobei er fast den Botenjungen niederrannte, der gerade das Gebäude betrat. "He, Vorsicht!...Guten Morgen, Meister Cemuri. War er nicht zufrieden mit eurem Preis?" "Hmmm." bestätigte ich die Frage des Jungen und erwiederte seinen Gruß mit einem Nicken.

"Ah, so gesprächig wie immer? Na gut, hier ist eine Lieferung für euch... von Agathe, meine ich. Scheinen irgendwelche Tierteile zu sein..." ich nahm das kleine Packet wortlos entgegen, wog es kurz in der Hand - ahh, das musste meine Froschaugen sein, die wurden langsam knapp - und verstaute es dann hinter der Ladentheke. "Danke, Taren. Kannst gehen." krächzte ich. Taren nickte kurz bevor er sich zögerlich umdrehte und mein Domizil verließ. Ich seuftzte. Aus irgendeinem Grund faszinerte mein Laden den Jungen. Vielleicht lag es am Aussehen, obwohl viele Leute davon eher abgestoßen wurden: eng, zugekrammt mit allem möglichen, unübersichtlich, dunkel. Als Alchimist verkaufte ich einige obsukren Objekte und Zutaten, die über die Regale und Wandbretter im ganzem Raum verteilt waren. Kurzum, mein Laden sah genauso aus, wie man sich den Laden des "verrücktem" Alchimisten vorstellte – und genau das war meine Absicht. Niemand wurde misstrauisch wenn alles so aussah, wie man es erwartete, so kam niemand auf die Idee Fragen zu stellen....

Ich seufzte nocheinmal und begab mich dann ins Hinterzimmer, wo sich mein kleines Laboratorim befand. Ich musste ein paar Gebräue überprüfen, sie köchelten schon eine ganze Weile. Dannach würde ich mich daran machen ein paar Elixire herzustellen, ich brauchte langsam mal Nachschub. Jetzt da die Froschaugen hier waren, konnte ich auch endlich mit dem Prozess beginnen. Aller Voraussicht nach hatte ich den ganzen Vormitag Zeit, das Geschäft begann erst so richtig am Nachmittag, die meisten meiner Kunden arbeiteten eher spät abends als morgens früh und waren entsprechende Nachteulen, sodass mir noch genug Zeit für andere Dinge blieb.


Zuletzt von Skorm am Fr März 13, 2015 11:09 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Mo März 09, 2015 8:35 pm

"Vollmond... So so.", sagte ich nachdenklich. Natürlich wusste ich, was Belva damit meinte und was auf ihn zukam. Ich wusste, dass er wieder für einige Zeit verschwinden würde, um seine Runden zu drehen und auch, dass ich mich in der Zwischenzeit um alles andere kümmern musste. Auch war mit bewusst, dass er wiederkommen würde und dass danach wieder alles ruhiger sein würde, was seine Person anbelangte - bis zum nächsten Vollmond zumindest. Nachdem ich die Fische ihrer Organe entledigt hatte, wusch ich sie fein säuberlich aus, tupfte sie mit einem sauberen Tuch trocken und salzte sie. Dann legte ich sie auf ein Brett, schnitt sie in handgroße Stücke und stellte sie meinem Geschäftspartner vor die Nase, um meine Hände zu waschen und die Gewürze aus meinem Korb auszupacken. Belva würde schon wissen, welches am besten zum Fisch passen würde, die Auswahl war auch groß genug. "Hab ich günstig vom Zwerg bekommen.", erklärte ich. Er sollte nicht denken, dass ich mit Geld um mich warf - nicht, dass es je ein Thema gewesen wäre, aber bei solch einer Menge kostbarer Gewürze lag eine solche Vermutung nahe. "Ja, ich habe einige Leute über das Attentat tuscheln hören, als ich unterweg gewesen bin. Die Leibgarde soll es gerade noch so überlebt haben, aber dass er das Fieber übersteht, bezweifel ich stark.", nachdenklich schaute ich in den Gastraum. Ob wir das Zimmer wirklich vermieten können? Sicher war ich mir da nicht, denn so, wie der junge Mann sich meinen Mädchen gegenüber verhalten hatte, wirkte er nicht so, als hätte er vor bald diese Gegend zu verlassen. Erst recht nicht, wenn bereits jemand am Galgen hing. Aber es würde sich ja zeigen, ob der lange Arm der Gesetzes in unser Gewerbe hineingreifen würde, zumal sich kein Soldat bei Verstand hier hineintrauen würde.

Während ich weiterrätselte, torkelte mir die - wiedermal - betrunkene Anne-Marie entgegen, dicht gefolgt von Dimitri, der sie leicht stützte. "Ich mach denn mal Feierabend.", lallte sie in Richtung des Tresens, ich konnt nur vermuten, dass die Worte mir galten. Als ich sie fragte, ob sie schonwieder alle Freigeträke weggekippt hatte und als antwort bekam, dass meine Zwillingsschwester hübscher sei, als ich, wusste ich, dass es für sie an der Zeit war, nach hause zu gehen. Ehe Dimitri, den ich gebeten hatte, sie nach hause zu begleiten, mit der leicht bekleideten Dame und ihren Habseligkeiten unter einem Arm die Gaststätte verließ, reichte er mir einen Beutel, darin enthalten waren die Einnahmen der Nacht. Er und seine Brüder waren keine Männer der vielen Worte - und das war auch gut so. Ich nickte und gab ihnen beiden zu verstehen, dass sie gehen durften. Ob diese Botschaft Anne-Marie erreicht hatte, würde ich wohl nie erfahren. Sie lachte hallend über ihr eigenes Spiegelbild. Dimitri schaffte sie schnellstmöglich nach draußen, damit sie die Gäste nicht belästigte. Erst recht nicht am frühen morgen. Ich sefzte. Ich würde wohl ein ernstes Wort mit ihr reden müssen.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Do März 12, 2015 12:30 am

Eine große Stadt, vielleicht kann ich hier ja mal länger bleiben. Die Wachen, an denen ich bisher vorbeigekommen bin scheinen ein Gasthaus, zumindest im Dienst, großräumig zu umgehen. Einige haben Angst vor davor ungemütlich Bekanntschaft mit dem Boden zu machen, oder sich zu verletzen, während sie aus dem Fenster fliegen, andere scheinen eher Angst zu haben, dort ihren Vorgesetzten zu begegnen.
Das hört sich nach einem Ort an, an dem ich bleiben kann. Passend dazu gibt es dort nicht nur Bier und Met, sondern auch Stillung von Bedürfnissen der, nunja, anderen Art. Es ist zwar noch relativ früh, aber ich denke ein Mittagessen bekomme ich im Gasthaus zum Zwitschernden Löwen, oder einfach Löwen, wie es die Einheimischen nennen. Komischer Name, mich würde wirklich interessieren, wieso der Löwe zwitschert, und nicht brüllt...
Wird mir der Wirt bestimmt erzählen können.

Man sieht das Gasthaus schon von weitem, imposantes Gebäude, inmitten eher ärmlicher Häuser, noch dazu auf einer leichten Anhöhe. Vorbei am Markt, wo der größte Ansturm schon vorbei ist, geht es in enge Gassen. Hier verliert man den Löwen tatsächlich aus den Augen, aber den Weg findet man auch so. Hier in den Kleineren Straßen hat die Frühlingssonne noch nicht alle Pfützen getrocknet, mehrfach muss ich tieferen Lachen ausweichen. Ab und zu ist auch nicht ganz klar ob das nur Regenwasser ist, was da auf dem Boden ist, aber damit muss man in diesem Teil einer Stadt rechnen.
Kurz darauf sehe ich eine etwas breitere Straße und an ihr steht der Löwe, auch aus der nähe eindeutig zu erkennen, scheint neu gebaut zu sein, im Gegensatz zu den umliegenden Häusern, und von jemandem der versteht, das einem ein Haus nicht gleich auf den Kopf Fallen sollte...
Nach dem Eintreten fällt einem direkt der Vorhang auf, der den Schankraum in 2 Teile teilt. Im hinteren Teil scheint es Frauen zu geben, im Vorderen vor dem Vorhang, ist aber das was mich aktuell mehr interessiert. Noch ist es eher leer, gegen Mittag ist das wohl zu erwarten, aber vereinzelt essen hier schon Menschen. Ein Tisch in der Ecke fällt  mir ins Auge, gute Übersicht über den Schankraum, dennoch eher unauffällig. Und vor allem unbesetzt. Mal schaun, was es heute zu essen gibt.


Zuletzt von Hades0299 am Fr Jul 10, 2015 8:31 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am So März 15, 2015 7:06 pm

Das schwere Rumpeln von metallenen Stiefeln unterbrach meine Arbeit am frühen Nachmittag. Es lief gut, ich hatte genug Nachschub für mehrere Monde Tagesgeschäft fabriziert und hatte mich einer meiner Leidenschaften zugewandt: dem Experimentieren. Ich hatte getrocknete Ochsenleber zermalen, mit Vampirasche vermischt und dannach in Trollbut gelöst. Diese Tinktur wurde dann erhitzt und ich war gerade dabei die Achselhaare eines Riesen in den Sud zu tunken und zu sehen, wie die gut fünf Zentimeter dicken Borsten darauf reagierten als ich den zuvor erwähnten Krach aus dem Verkaufsbereich meines Ladens vernahm.
Ärgerlich über die Unterbrechung ließ ich das Haar in der Flüßigkeit liegen und trat aus meinem Laboratorium, bereit die Person oder Personen anzuschnautzen, welche es wagten meine Arbeit zu behindern. "Was soll das?! Ich hoffe ihr habt einen verdammt wichtigen Grund mich zu stören, bei ..." Als ich sah wer sich gerade in meinem Laden verirrt hatte, verschlug es mir die Sprache. Ich hatte mit einer Söldnerkompanie auf der Suche nach Vorräten oder einer hochgestellten Persönlichkeit mit einigen Leibwächtern gerechnet, aber das die Stadtwache sich tatsächlich noch einmal in meinen Laden trauen würde, hätte ich nicht erwartet.

Vier gerüstete Wachen drängten sich vor meinen Verkaufsthresen, es sah beinahe ulkig aus, wäre da nicht das grimmige Gesicht ihres – vermutlichen – Anführers und die schwere Bewaffnung. Üblicherweise traten die Wächter in uniformierten Lederharischen auf, nur im Notfall verwendeten sie Kettenhemden, auch wenn man diese an Wachen in diesem Viertel häufiger sah.
An dem herausragendem Zustand der Ausrüstung und der Wachsamkeit der Männer konnte man erkennen, das diese nicht zur örtlichen Wachen gehörten. Dies hier waren Wachen, welche auch wichtige Aufgaben übernahmen, wie die Eskortierung fremder Würdenträger oder eine Razzia auf Unterschlüpfen von Verbrecherbossen. Ihr Anführer, ein grauhaariger, anscheinend nicht sehr glücklicher Mann mit einer hässlichen Narbe am Hals kam auch gleich zur Sache. "Cemuri, der ...Alchimist?" fragte er. Ich bestätigte mit einem Nicken. Der Mann schien meine Kompetenz anzuzweifeln, wie viele der Bürger die sich üblicherweise nich in diesen Teil der Stadt verirrten. Der Umstand dass ein Alchimist seine Waren im übelsten Teil der Stadt feilbot und jeden Kunden, der das nötige Geld hatte, akzeptierte, hatte nicht nur bei meiner Konkurenz in dem gehobeneren Viertel der Stadt für Strinrunzeln gesorgt. Üblicherweise verkauften Alchmisten nur bestimmte Artikel und diese auch nur an ausgewählte Kundschaft. Dass jeder Beutelschneider mit genug Kleingeld in der Lage war bei mir einen Heiltrank zu erstehen, war für die hohen Herren ein Skandal. Das Gerücht ich würde auch Gifte verkaufen und das auch noch an normale Bürger, sofern sich diese soetwas leisten konnten, wecken nochmehr Misstrauen und Verachtung. Immerhin konnte man mir bisher noch nicht nachweisen, ich würde solch tödliche Substanzen vertreiben, sonst würde ich vermutlich einiges an Problemen gekommen....

"Machen wir es kurz: wir sind wegem einem eurer Kunden hier. Ihr werdet von dem Attentat auf den Grafen gehört haben. Die Klinge, die der Täter nutzte, war vergiftet. Wir wollen wissen wie eurer Kunde heißt und welches Gift er verwendet hat. Selbstverständlich wollen wir auch ein Gegengift. Wenn ihr kooperiert, werde ich euch diesmal einen Aufenthalt im Kerker ersparen, Alter." Ich hätte es mir denken können, sobald Gift im Spiel war, dachte selbst die liebe Stadtwache an mich. Wie rührend, einer der Adeligen musste ihnen unaufällig gesteckt haben, das ich soetwas verkaufte. Mein Problem war nur, dass ich – selbst wenn ich gewollt hätte – nicht in der Lage gewesen wäre, ihnen zu helfen. Innerhalb der letzten drei Monde hatte ich nichts schlimmeres als Rattengift verkauft und Klingengifte waren nicht gerade in Mode. Sie waren ineffizient, gefährlich und waren außerdem auch auffälliger als ein gutes Speisegift, welches man in den Wein oder unter das Essen mischte.

"Hmm... das muss ich euch leider enttäuschen, ich biete solch verruchte Güter nicht an. Daher kann ich euch weder den Namen des Täters noch ein Gegengift geben...aber eigentlich sollte der geschätzte Kollege Rimbrad doch in der Lage sein, euch zu helfen? Er ist schließlich – nach eigener Aussage – ein Experte was Gegengift angeht, dann sollte es doch kein Problem für ihn sein den Grafen zu heilen? Und was den Täter betrifft: hat die Wache den feigen Mörder nicht schon gefangen? Warum fragt ihr mich dann nach seinem Namen?"
"Ich habe Grund zu der Annahme, das der Mann den wir momentan im Kerker verrotten lassen, nicht der wahre Mörder ist." "Interessant. Wissen eure Vorgesetzten von eurer Theorie?" Sein Gesicht verfinterste sich, also jagte er dem wahren Mörder ohne Rückendeckung nach. Vermutlich ein Idealist, dem es nicht gefiel dass jemand mit erheblich mehr Einfluss den Mörder beschützte und aus diesem Grund ein armer Tropf in ein paar Tagen oder Wochen – wenn man das Gestädnis aus ihm rausgefoltert hatte - am Strick hängen würde. Der Mann beugte sich vor und zischte: "Verkauft mich nicht für dumm! Es ist ein offenes Geheimnis, dass ihr Gifte an jeden verkauft der das nötige Kleingeld hat, also spuckt gefälligst seinen Namen aus!" "Ich bedaure dass ich euch nicht helfen kann junger Mann, aber ich verkaufe keine Gifte oder ähnliche Substanzen... Und jetzt verschwindet aus meinem Laden, bevor ich eure Vorgesetzten informieren muss." knurrte ich unwirsch, wobei völlig klar war, dass ich keinesfalls Bedauern über meine magelnde Hilffmöglichkeiten empfand. Die "halbleere" Drohung – ich kannte ein paar hochgestellte Persönlichkeiten in der Gegend, die durchaus Druck auf die Wache ausüben könnten, aber keine seiner Vorgesetzten – erzielte seine Wirkung: mein Gegenüber knurrte etwas davon, dass das letzte Wort in dieser Angegelegenheit noch nicht gesprochen war und verschwand mit seinen Lakaien aus dem Gebäude. Ich wandte mich um und betrat wieder mein Labor, schießlich musste ich noch nach meinem Experiment sehen. Während ich mit den Wachen gesprochen hatten, war hier allerdings auch etwas interessantes passiert: Das Riesenhaar war um mehrere Zentimeter geschrumpft, anscheinend war mein Sud in der Lage, die Haare von Riesen aufzunehmen. Ich entschloss mich das Haar komplett in der Flüssigkeit zu lösen und füllte die nun braungelbe Lösung in eine dickbauchige Glasflasche um und stellte sie in eine Ecke.

Ich würde sie bei Gelegenheit untersuchen, jetzt hatte ich erst einmal vor mir mehr Informationen über den Zwischenfall mit dem Grafen zu besorgen, ich sollte mich mit meinen Kontakten treffen. Das ging am einfachsten und bequemsten im Löwen, eigentlich das Gasthaus "Zum zwitschernden Löwen", welches seit ein paar Jahren in meiner Nachbarschaft stand. Inzwischen war ich Stammkunde under anderem aufgrund der Tatsache, dass dort auch viele meiner Kontakte einkehrten und es generell ein beliebtes Plätzchen für die örtliche Unterwelt geworden ist. Außerdem war der Wirt ein sehr guter Koch, was man von mir nicht behaupten konnte... Ich nahm also meinen Stock, verließ meinen Laden, verriegelte die Tür und humpelte dann zum Löwen. Es war Nachmittag, also sollten noch nicht alzu viele Gäste dort sein, was hieß ich konnte in aller Ruhe mein erstes Bier genießen und etwas essen. Hungrig war ich inzwischen auch spürbar, schließlich hatte ich heute noch nichts zu mir genommen. Nach wenigen Minuten und einigen verranzten Gassen später, betrat ich das Etablissment und begab mich auf dem Weg Richtung Tresen um mir etwas zu beißen zu ordern....
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Mo März 16, 2015 4:56 pm

Es war mittlerweile Mittag, so langsam füllte sich der Raum, während ich nachdenklich den Tresen wischte. Eine seltsame Gestalt trat herein und hielt nach kurzem Umsehen auf einen Tisch in der hinteren Ecke zu, den üblicherweise die Meuchelmörder... ehh... ich meine Gelegenheitsarbeiter für sich beanspruchten. Mir fiel gleich seine Tätowierung am Hals auf, auch wenn ich sie nicht vollständig sehen und aus der Entfernung nicht erkennen konnte, was sie darstellte. Neugierig folgte mein Blick dem ansonsten auffällig unauffälligen Mann, der behutsam seinen Platz wählte.

"Anabell, du hast Kundschaft.", sagte ich zu der Kellnerin Schrägstrich Prostituierten Schrägstrich Showtänzerin, die verträumt in ihre Suppe blickte. "Mhhhmmm.", antwortete sie desinteressierter, als mir lieb war. Als sie meinen Schäm-dich-Blick bemerkte, erhob sie sich dann doch vom Hocker. Ich stellte einen Krug Altbier auf ein Tablett und schob es ihr zu. "Geht aufs Haus, ist ein Neukunde.", gab ich ihr zu verstehen. Sie nickte, setzte sich ein freundliches Lächeln auf und ging auf den Gast zu.

Währenddessen steuerte ein Stammkunde auf den Tresen zu, dem ich ein freundliches Lächeln schenkte. Sein Ruf eilte ihm in dieser Stadt weit voraus, die Leute wussten mehr Schlechtes als Gutes von ihm zu berichten, doch das interessierte mich nicht, solange er mich und meine Mitarbeiter anständig behandelte und seine Rechnungen beglich. "Einen wunderschönen guten Tag, werter Herr. Was kann ich Euch bringen?", fragte ich ihn, nachdem er Platz genommen hatte. Er schien eine unschöne Begegnung gehabt zu haben. Möglicherweise hatte diese etwas mit dem Attentat zu tun, denn man munkelte, dass Gift im Spiel gewesen sein soll, aber wie üblich sprach ich ihn nicht darauf an, sondern wartete geduldig auf seine Bestellung. Ich überlegte noch, ob ich ihn nach einem Verhütungsmittel fragen sollte, denn günstig waren seine Preise nun wirklich nicht, aber vielleicht würde er mir einen Rabatt gewähren. Doch erstmal sollte er in Ruhe ankommen und sich entspannen, bevor ich von seiner Arbeit anfange.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Shoggoth am Mo März 16, 2015 8:45 pm

Vermutlich würde diese ganze Geschichte mit dem Attentat allerhand Gesindel hierher treiben, schließlich suchte man verzweifelt nach heißen Informationen. Nun, das war gut fürs Geschäft, deswegen konnte ich nicht klagen. Zumal auch einige der gehobenen Schicht wieder ihren Weg hierher finden würde, rein um die Gerüchte zu verfolgen natürlich. Und wo konnte man besser seine Ohren spitzen als direkt am Busen einer schönen Frau?

Wobei die Damen dabei wieder ein wenig in Schwung kommen sollten, eine Einstellung haben die manchmal... Sie sollten ihren Job ernster nehmen, als nur hin und wieder die Beine zu öffnen. Da ist bares Geld was sie ranschaffen sollen, und dazu zählt auch das sie freundlich genug sind um die Gäste zum Bleiben zu bewegen. Schließlich brauchten wir trockene Kehlen und hungrige Mägen, und je länger die Gäste hier blieben, desto mehr tranken und aßen sie. So einfach war das.
Zwar vertraute ich Maria voll und ganz, nur war ich vielleicht weniger nachsichtig... Man könnte sagen temperamentvoll, wenn man denn so will. Auch das hatte mit meinem Blut zu tun, so vermutete ich. Hitzköpfe waren in meiner Familie nicht selten. Vor allem so kurz vor dem Vollmond schien meine Geduld immer etwas weniger zu werden. Hin und wieder ist es halt einmal angebracht die Leute wachzurütteln. Es war nicht immer alles einfach und lieb und nett, hier gab es etwas zu tun. Etwas das zählt. Erziehung konnte auch manchmal im Erwachsenenalter nicht schaden. Wobei man hier wohl mit Hintern versohlen nicht sonderlich weit kam. Da müsste man andere Geschütze auffahren, etwas...nachhaltigeres. Ungern wollte ich mich in Details verlieren, aber es gab doch Dinge die mir durchaus in den Sinn kamen. Dinge die lehrreich und schmerzhaft zugleich waren. Manchmal hilft ein kurzer Abstecher in die Hölle um auf der Spur zu bleiben, einfach nur um zu sehen wie gut man es doch hat. Schließlich waren wir auch für die Mädchen da, wir sorgten für sie. Die Schläger standen dort ja nicht zum Spaß. Es gab eben Rechte und Pflichten, und wenn Pflichten nicht eingehalten wurden, dann sieht man was ohne Rechte passiert.
Ich schüttelte den Kopf. Es war eindeutig die falsche Zeit des Mondes. Wenigstens waren nur meine Gedanken durcheinander, man sollte mich nur nicht zu falschen Zeit besuchen. Aber es war halt nicht immer leicht meine Gier in Zaum zu halten. Nicht nur die Lust nach Blut, sondern all meine animalischen Instinkte.

Aber für etwas Ablenkung sorgte dann Karnos, der hineinkam. Er war ein berühmt-berüchtigter Giftmischer und zählte zu meinen Stammkunden. Es war nicht leicht ihn gern zu haben, war er doch meist abweisend und kalt. Aber man lernt auch seine ernste, nüchterne Art zu mögen. Schließlich machte er nie Ärger, jedenfalls keinen den er nicht selbst löste. Und ein Gast der einfach nur in Ruhe sein Bier trinken und sein Brot essen wollte, der war immer willkommen. In seinem Alter sehe ich ihm auch das fehlende Interesse am anderen Geschlecht nach. Zwar wirkte er noch sehr rüstig, aber... nun ja, er war alt.
Schon als er hereinkam machte mich auf den Weg in die Küche um das Mittagsgericht für ihn herzurichten. Es war nie sonderlich schwierig zu erraten was er wollte, schließlich kam er nahezu täglich hierher. Ich hatte heute den Fisch zubereitet, den Maria auf dem Markt besorgt hatte, dazu gab es eine sahnige Soße und allerhand Gewürzen. Außerdem ein wenig Reis, damit das Ganze auch satt macht.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Mo März 16, 2015 11:22 pm

Als ich gemütlich in der Ecke saß, schickte die südlandisch wirkende Wirtin, eine lächelnde Frau mit einem Bierkrug zu mir.  Anabell heist die Kleine, die mich im Stillen dafür verantwortlich machte, das sie nicht weiter herumsitzen durfte.
"Hier, ein Bier für einen Mann auf Reisen. Geht aufs Haus." meinte sie zu mir.
Sie sah gut aus, und war eindeutig nicht nur zur Bedienung in der Schänke. Wenn ich mich nicht irrte, und das kam nie vor, wäre sie auch bereit für ein paar Münzen mein Bett zu wärmen, aber nicht heute entschied ich.
"Danke Anabell, kannst du mir auch gleich noch etwas feste Nahrung vorbeibringen? Habt ihr Fisch?"
"Bestimmt, ich frag mal Belva."
Verdammt! Ich sollte besser aufpassen, woher sollte ich ihren Namen wissen, wenn ich neu hier bin? Hoffentlich muss ich da nichts gerade rücken, schauen wir mal..... Nagut, sie denkt, das ich ihren Namen wohl von einem der Nachbartische aufgeschnappt hatte, grad noch Glück gehabt.

Gutes Bier findet man nicht überall, aber das hier gehörte eindeutig zu den besseren. Wenn es hier noch einen guten Met gibt, bleibe ich hier länger.
Zur Mittagszeit kam anscheinend die arbeitende Bevölkerung in den Löwen, die Reicheren, die sich hinter dem Vorhang mit Frauen vergnügen wollten kamen vermutlich eher gegen Abend... Ich liebe Wortspiele...
Wobei, wenn man mal die hereinkommenden Leute beobachtet, einige scheinen betont unauffällig zu einigen der hier angestellten Frauen zu gehen, und die auf ein Bier einzuladen.
Als die Tür sich öffnet, und ein alter Kauz hereinkommt, wundere ich mich schon, solche Menschen würde man gerade hier nicht erwarten. Was jedoch ncoh beeindruckender ist, ist vielleicht das er kein Wort sagen muss, um von einer eher dunkel gekleideten Truppe vorbeigelassen zu werden. Er scheint selbst unter einigen der Halsabschneidern hier viel  Respekt zu genießen. Das der Wirt bei seinem Erscheinen direkt in  die Küche verschwindet, und kurz darauf mit einem Schüssel mit Fisch wieder herauskommt um sie dem Alten zu geben, zeigt aber, das er hier anscheinend schon zum Mobiliar gehört. Das kurz darauf eine schlecht verkleidete Wache hereinkommt, die ihn nicht aus den Augen lässt, scheint aber wenigen aufzufallen....

Meine Gedanken werden von dieser dunkel gekleideten Gruppe gestört, die sich auf mich zu bewegen. Der Große, anscheinend der Anführer der Truppe, scheint irgendetwas von mir zu wollen. Mal schaun... Ah, Meuchler, denen ich anscheinend den Tisch genommen habe und die sich dort wieder niederlassen würden...
"Das ist unser Tisch, setz dich woanders hin."

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am Di März 17, 2015 2:00 pm

Maria begrüßte mich, wie üblich, recht freundlich. Ich ließ mich – mal wieder – dazu hinreißen die schwarzhaarige Schönheit kurz zu mustern, bevor ich ihr antwortete. Zwar hatte ich in all der Zeit in der ich das Etablissement besuchte, nie die Dienste ihrer Mädchen in Anspruch genommen und wusste auch nicht ob sie die gleichen Leistungen anbot wie ihre Mitarbeiterinnen, aber den Ausblick genießen tat ich schon. Tatsächlich hatte ich auch eigentlich nicht vor diese Fragestellung zu lösen. Nennt mich prüde, aber der Gedanke, dass eine Frau sich nur wegen ein paar Goldkronen in mein Lager begab, gefiel mir nicht. So etwas sollte meiner Meinung nach freiwillig geschehen und bei meinem Alter und Aussehen hatte ich berechtigte Zweifel, dass das zu meinen Lebzeiten noch vorkommen würde...  

"Hallo, meine Liebe. Ich nehme einen Humpen Altbier und .... ist das Fisch den ich da rieche? Vom dem auch einen Teller, bitte."
Ich respektierte Maria, da sie auch mir respektvoll begegnete. Zusätzlich war die Südländerin freundlich, konnte aber auch laut werden, wenn es die Situation erforderte. Was allerdings viel Wichtiger war: sie war diskret. Nie hatte sie mich auf Gerüchte angesprochen, die über mich im Umlauf waren oder mischte sie ungefragt in meine Angelegenheiten ein.
Belva, der Wirt, kam gerade aus der Küche und stellte mir eine Schale von dem Fischgericht hin. Er war schon eine Kuriosität. Es war zum einen ungewöhnlich, dass jemand in so jungen Jahren eine Gaststätte führte, die er nicht von seinem Vater erhalten hatte, sondern neu errichtete, zum anderen musste der junge Bursche auch viel Geld angefasst haben um sich so ein staatliches Gebäude leisten zu können. Interessant war auch, dass er regelmäßig gereizt und aggressiv wirkte, bevor er dann für einige Wochen oder Tage verschwand. Ich schätze jeder hat seine eigene Art Frustration abzubauen, aber manchmal war ich schon neugierig, was er dann so trieb.... Nicht das ich ihn danach fragen würde oder ihm nach spionieren, schließlich hielt er sich auch aus meinen persönlichen Angelegenheiten heraus.

Es war nicht das erste Mal das meine Bestellung nur wenige Augenblicke nach der Erteilung derselbigen erfüllt wurde. Ich war, was meine Essgewohnheiten anging, doch recht vorhersehbar. Vielleicht lag es daran, dass es mir herzlich egal war, was er mir vorsetzte, da ich den Großteil der Geschmacksnuancen sowieso nicht mitbekam.... Dass das Essen allerdings eine gute Qualität hatte, bemerkte aber ich schon.

Ich nickte dem Wirt kurz zu und wollte mich gerade ans Essen machen, als etwas hinter mir mein Aufmerksamkeit verlangte. „Jim“ - das war selbst verständlich nicht sein echter Name, den kannte selbst ich nicht – und seine Mitarbeiter sprachen einen Fremden an. Ich hatte gehört, das Geschäft lief für die Vier nicht so gut und dementsprechend schlecht war ihre Stimmung. Das sich der Fremde, der ich gerade erst bemerkte, an ihren Tisch gesetzt hatte machte die ganze Sache nicht besser. Ich überlegte noch wie und ob ich reagieren sollte, als ich die Stimmen hörte: „Acht.... e...... Tä..er... Macht.“ Es war ein leises Flüstern, ein Raunen mehrerer Stimmen, welche nur ich hören konnte. Zusätzlich hörte gab es ein Echo, was das Verständnis erheblich erschwerte. Das ließ mich die Stirn runzeln, es war eine Weile her das sich jene Stimmen zum letzten Mal ungefragt zu Wort gemeldet hatten. Seit dem ich mich meinen Kräften sparsam umgehe, waren auch die Warnungen und Hinweise dieser Entitäten zurück gegangen. Auch wenn ich diese Nachricht nicht sehr gut deuten konnte, bezog sie sich doch auf den Neuankömmling, da war ich sicher. Interessant war auch, dass in den Stimmen Furcht … oder war es Abscheu? mitschwang. Der Neue musste sich bei einer Menge Leute unbeliebt gemacht haben... Da ich neugierig war, entschloss ich mich dem Neuen beizustehen. Ich erhob mich und bewegte mich auf Jim und seine Gruppe zu.

Dabei führte mein Weg mich an der verkleideten Wache vorbei, welche versuchte nicht aufzufallen. Fast hätte ich verächtlich geschnaubt. Diese Wachen waren auch nicht mehr was sie mal waren.... aber mir kam das nur gelegen.
Ich hatte nicht aufgepasst und die Wache in den Löwen geführt. „Schlampig... Cemuri, echt schlampig. Langsam wirst du wirklich alt...“ schallte ich mich selbst in Gedanken. Andererseits war es nicht überraschend, das ich hier einkehrte, ich war schließlich Stammkunde und das müsste eigentlich selbst die Wache wissen. Als ich die Wache passierte, beugte ich mich vor und flüsterte: „Ihr habt zwei Möglichkeiten: entweder ihr steht auf und verschwindet oder ich werde dem gesamtem Gasthaus kundgeben, das wir einen Gesetzeshüter in unser Mitte haben.... Was dann passiert könnt ihr euch sicher denken.“
Die Wache sah mich entsetzt an und stand ohne ein Wort zu sagen auf und verließ das Gasthaus. Ich grinste zufrieden. Ein Problem weniger.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Di März 17, 2015 3:48 pm

Amüsiert beobachtete ich, wie ein Zinnsoldat aufsprang und fast schon fluchtartig das Gasthaus verließ, nachdem Karnos ihm etwas zugeflüstert hatte. Anabell betrachtete mich verwirrt, ihr schien nicht aufgefallen zu sein, dass ein Wachmann sich hinein geschlichen hatte. Kichernd schüttelte ich nur den Kopf und gab die Bestellung des neuen Kunden an Belva weiter, der sogleich wieder in der Küche verschwand. Währenddessen überlegte ich, ob ich die Auseinandersetzung beenden sollte. Dimitri war mittlerweile zurückgekommen und Ivan hatte auch seine Schicht noch nicht beendet. Ich schnappte mir beide und platzierte sie dezent am Tresen, um mich dann alleine der Gruppe zu nähren. Freundlich lächelnd ging ich auf Jim und seine Kollegen zu, deren Blicke an mir rauf und runter wanderten, als wäre ich ein Stück frisch gebratenen Fleisches, dass sie gerne mal probieren würden. Es nervte mich, ständig so begafft zu werden, aber bei meiner Tätigkeit musste ich das wohl in Kauf nehmen.

"Verzeihung, die Herren", begann ich lächelnd, "darf ich Euch für heute einen anderen Tisch und ein Getränk zum halben Preis anbieten?". Ich wollte nicht, dass die Situation ausartet. Erst recht nicht um die Mittagszeit, schließlich war die komplette Besetzung - vielleicht von Belva abgesehen, bei ihm wusste man das bei nahendem Vollmond nie so richtig - müde und gereizt. Eine Schlägerrei war wirklich das letzte, was wir gerade gebrauchen konnten, außerdem hatte ich nur Dimitri und Ivan hier. Sie waren stark und breit gebaut, keine Frage, aber übermüdet gegen 8 Mann plus Karnos und dem Neuen würden sie wohl kaum ankommen. Während sie noch überlegten, ließ ich meine restlichen Mädchen, die gerade ohnehin nichts zu tun hatten und hinter dem Vorhang vermutlich rauchten, sich das Gesicht anmalten oder sonstwas taten nach vorne kommen. "Meine Lieben, ich glaube, die werten Herren würden gerne bestellen. Kümmert ihr euch bitte darum?", mit diesen Worten drehte ich mich um und ging zurück nach vorne, ehe eine Antwort kam und hoffte, dass das ausreichen würde, um die Situation zu entschärfen. Ivan und Dimitri hatten bereits die Gefahr gewittert und setzten sich mit Blick auf die Mädchen auf die Hocker.

Ich nahm mir einen Lappen und begann, Krüge im Seifenwasser abzuwaschen und sie anschließend zu trocknen. Hoffentlich würden die Meuchler sich einfach setzen, ihre Getränke bestellen, gutes Trinkgeld dalassen und bald wieder von Dannen ziehen, wie sie es sonst taten. Wir hatten viele schwierige Gäste, von denen einige regelmäßig unfreiwillig das Lokal verließen, aber diese gehörten üblicherweise nicht zu denen, vielmehr waren sie stets in geselliger Runde an ihrem Stammtisch zugange, aßen, tranken, spülten Geld in die Kasse und vergnügten sich häufiger mal mit meinen Angestellten, die nicht selten einen guten Preis für ihre Leistungen erhielten. Belva kam wieder nach vorne und stellte sich hinter mich, offenbar hatte er auch Lunte gerochen. Ich stellte die nun sauberen und trockenen Krüge an ihren Platz.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am Di März 17, 2015 6:15 pm

Eigentlich hatte ich vorgehabt, Jim nahe zulegen den Neuen zu ignorieren, aber Maria war vor mir bei ihm und versuchte die Situation zu entschärfen, was ihr auch ganz gut gelang. Als Maria nach vorne rauschte, erreichte ich die Gruppe und fügte hinzu: „Ich denke du solltest das Angebot annehmen, Jim. Ein Getränk zum halben Preis, gibt’s hier ja nicht jeden Tag...“ ich sprach laut, na ja so laut wie es mit meinen ruinierten Stimmbändern eben noch ging. Zumindest die Leute die in der Nähe saßen sollten meine Worte gehört haben, eventuell reichte meine Stimme auch bis zum Tresen, soviel war hier momentan ja nicht wirklich los.
Jim schien vorher unsicher zu sein, ob er es sich leisten konnte Marias Angebot abzulehnen, aber meine Äußerung schien ihn zu überzeugen. Auf jeden Fall nahmen die Halsabschneider an einem anderem Tisch platz, nachdem der eine oder andere noch einen grimmigen Blick in Richtung Neuzugang geworfen hatte.

Während ich meine Schüssel abstellte, reichte ich dem Neuen meine Hand. „Karnos Cemuri, Alchimist.“ Ich setzte mich ihm gegenüber und bedeutete einer der Mädchen mir mein Bier vorbei zu bringen. „Sagt, was führt euch in diese wunderschöne Schenke?“ fragte ich beiläufig und sah ihn interessiert an. Der Neue sah - meiner Meinung nach – merkwürdig aus. Klein, schmächtig, hüftlanges Haupthaar. Eine Art Zeichnung auf der Haut, beginnt am Halsansatz und verschwindet dann unter seiner abgetragenen Kleidung.
Ich begann zu essen während ich auf seine Antworten wartete.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Mi März 18, 2015 1:31 pm

Die Wirtin hat ihr Gasthaus  aber gut im Griff... Spätestens aber als der Greis dazu kam, reagierten sie. Aber ich denke, sobald ich den Löwen verlasse, wird mich eine böse Überraschung erwarten. Oder die 5 werden überrascht?

Der Alte setzt sich zu mir, ihn sollte ich wohl nicht verärgern. Wenn fünf Meuchler Angst vor ihm haben, sollte ich auch vorsichtig sein. Gerade jemand in seinem Alter und von seiner Statur musste irgendwelche Geheimnisse haben. Ah, ein Alchemist, das erklärte schonmal einen Teil... Aber es musste mehr dahinter stecken, Mal schauen.... Wow, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Sein Geist wirkte eigentlich völlig normal, aber er hatte Abwehrkräfte, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ihm schienen diese nicht bewusst zu sein. Ich schwankte leicht, das war kraftraubender als ich erwartet hatte. Und ich hatte quasi nichts erfahren, außer, das sein Laden hier in der Nähe war. Ich muss mehr erfahren, wissen wie er sich verteidigen kann. Aber ich darf ihn nicht direkt darauf ansprechen, das ist zu gefährlich.

"Mein Name ist Benjamin Geldwin. Ich bin ein einfacher Reisender auf der Suche nach Wissen. Und hier sollte es zum einen Essen als auch Geschichten geben. Erzählt, werter Cemuri, was macht einer der hochangesehenen Alchemisten in dieser eher schlechten Gegend einer großen Stadt? Seid ihr der hohen Herren überdrüssig geworden?" In dem Moment brachte mir der Wirt einen Teller mit Fisch und Reis, und schon der erste Bissen lenkte mich von meinen Gedanken ab, der Wirt war ein außerordentlich guter Koch. Es schien mir sogar so, als ob hier nicht nur mit Salz und Lokalen Kräutern gewürzt wurde.

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am Fr März 20, 2015 1:56 pm

Schmerzen. Stille.
Für wenige Sekunden hörte ich überhaupt nichts. Nicht die Geräusche der Gäste um mich herum, nicht die Stimmen, die seit dem Erscheinen des Fremden permanent in meinem Geist murmelten, nicht mal meine eigenen Gedanken hörte ich. Zusätzlich hatte ich das Gefühl als würde mir jemand einen Dolch durch die Schläfe langsam in mein Hirn treiben.....
So plötzlich wie es gekommen war, war das Gefühl auch schon weg. Mit einer Sekunde Verspätung stürzten die Geräusche wieder auf mich ein. Ich hatte das Gefühl jemand würde versuchen mich mit einer Explosion aus Lärm anzugreifen, ich keuchte, verschluckte mich und bekam einen Hustenanfall. Nach dem ich mich – nach einer guten Minute – wieder erholt hatte und mich wieder auf meine Umgebung konzentrieren konnte stellte ich fest, dass der Neuankömmling mich seltsam anstarrte. Wusste er, was gerade passiert war? Ich erwog ihn darauf anzusprechen, überlegte es mir allerdings dann anders. Erst einmal sehen, was man über ihn noch so erfahren konnten....

Ich holte ein altes, inzwischen recht dreckig aussehendes Tuch aus einer meiner Taschen und wischte mir den Mund ab. Das Blut welches ich zwischen den Essensresten und dem Schleim auf dem Tuch zurückließ, beachtete ich nicht. Der Fremde stellte sich nun auch vor. … Hmmm komischer Name. War bestimmt nicht von hier..  „So, so ein Gelehrter seid ihr also. Such ihr nach etwas spezifischen oder versucht ihr nur euren Horizont zu erweitern? …. Was ich hier mache? Einen Haufen Geld verdienen, das mache ich hier! Wisst ihr, meine …. Kollegen“ - das Wort kam recht abfällig über meine Lippen, eine hohe Meinung hatte ich von ihnen nicht - „ sind recht elitär was ihre Kundschaft angeht. Allerdings haben auch Leute mit …. einem weniger blauen Blut durchaus den Bedarf an Gütern die ein Alchimist bereitstellen kann. Natürlich können diese nicht so viel zahlen, weswegen man seine Preise etwas verringern muss, aber die Menge an Kunden die ich dazu gewinnen macht das mehr als wett. Und was die hohen Herren angeht.... sagen wir einfach, mir fehlt der Sinn für Etikette und das übliche Brimborium.“

Während ich in das Gespräch vertieft war, hatten sich die Stimmen wieder zu Wort gemeldet. Verstehen konnte ich sie nicht, aber wer verstand schon die Toten? Seit dem ich – unter anderem aus gesundheitlichen Gründen – meine neoromantischen ( Anmerkung des Autors: gemeint ist nekromantisch ) Tätigkeiten verringert hatte, waren die Geister selten geworden. Irgendetwas hatte dies nun verändert.... aber was? Eigentlich war dieses häufig unverständliche oder unwichtige Gebrabbel nur ein Nebenprodukt, welches entstand wenn man zu viel der Crom-Crua also der Totenenergie, die Geister zum existieren brauchen und welche für das Altern, Verwelken und Sterben aller Lebensformen zuständig ist, aufnimmt.
Nekromantie ist – anders als die meisten denken – keine Magie um riesige untote Armee zu erschaffen. Zwar ist die Erweckung und Kontrollierung von Leichnamen möglich, richtige Nekromanten beschäftigen sich aber mit der Manipulation der Totenenergie und dadurch der Kontrolle und des Verständnisses der Totengeister.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Sa März 28, 2015 2:15 pm

2-3 Leute schauten leicht irritiert zu uns herüber. Sie schienen sich zu fragen, ob alles in Ordnung sei, aber als sie nichts auffälliges bemerkten, konzentrierten sie sich wieder auf ihre Gespräche oder ihr Essen. "Ah, das ist bei mir ähnlich. einige der Blauen scheinen sogar so empfindlich zu sein, das sie, wenn man denen nicht in der Richtigen Reihenfolge die Hand gibt, direkt einen weiteren Korischen Krieg heraufbeschwören würden...."
Seine Mundwinkel zuckten,  "Ich sehe, ihr versteht mich...."
"Nun, ich suche nach allem, was es zu wissen gibt, Geschichte, Wissenschaften, Magie... Ihr scheint oft hier im Löwen zu sein, ich dagegen erst seit ein paar Stunden in der Stadt. Bevor ich hier noch eine wahre Wirtshausschlägerei provoziere, was gibt es hier zu wissen, was mein Leben eventuell sicherer macht? Politische Intrigen? Feinde die ich lieber zu Freunden mache?"

"Von politischen Intrigen weiß ich nicht viel. Respekt und Vorsicht werden euch weit mehr dienen als Erpressungen oder Einfluss, Junge. Hier unten interessieren sich die meisten nur für eines: euer  Geld. Abgesehen davon braucht man einen …. gewissen Ruf um sich unangenehme Zeitgenossen vom Leib zuhalten. Über dieses Viertel herrscht niemand, außer vielleicht dem Baron und auch der hat hier keinen nennenswerten Einfluss. Ihr habt ja gesehen, was mit den Wachen passiert, die sich hier hinein trauen... Allerdings könnte sich das bald ändern. Ihr werdet es nicht wissen, aber es gab vor wenigen Tagen ein Attentat auf einen hiesigen Grafen. Er ist bisher nicht verstorben, aber es war Gift im Spiel. Momentan schwebt er wohl noch in Lebensgefahr... und wenn er stirbt könnte es hier unten recht hässlich werden, wenn ihr versteht was ich meine."

"Das ist mir tatsächlich neu, ich werde vorsichtig sein." Ein Attentat auf einen Grafen, das klang interessant, aber bevor ich irgendetwas tue, sollte ich herausfinden, was dahintersteckte.... vielleicht lies sich ja auf irgendeine weise Gewinn herausschlagen? Vorsicht schien hier angebracht, gerade wenn man bedenkt, das hier Meuchler gerne mal gesehen werden... Aber gut das der Baron kaum seine Macht hierher ausbreiten konnte, oder wollte. Diese Stadt wurde immer interessanter, ich sollte mit dem Wirt sprechen, vielleicht hat der ja ein Zimmer für mich.


Zuletzt von Hades0299 am Mo Jul 20, 2015 2:51 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Shoggoth am Di März 31, 2015 1:05 pm

Ich war eigentlich ganz stolz auf die Arbeit die Maria geleistet hatte. Sie war freundlich geblieben und konnte den Hausfrieden ohne Probleme retten. Außerdem musste kein Blut aufgewischt werden, so viel ist nicht immer garantiert. Es gefiel mir zwar nicht das die Burschen so ungescholten davongekommen waren, aber um diese Uhrzeit hatte niemand Lust auf eine Schlägerei. Ich am wenigsten. Denn Gewalt und Stress sollte ich tunlichst vermeiden, sonst könnte es Probleme geben...
Es war wohl meine Pflicht den Gästen eine kleine Entschädigung anzubieten, jedenfalls Karnos und dem Neuankömmling. Schließlich wollte ich nicht diesen Ersteindruck hinterlassen.
Also machte ich mich mit zwei Krügen auf den Weg zum Tisch. Und vielleicht brauchte der Fremde noch andere Hilfe die ich ihm anbieten konnte. Schließlich verirrten sich die Leute nicht ohne Grund hierher.
Die beiden schienen in ein Gespräch vertieft, was erstaunlich genug war, denn ich hatte Karnos nie als besonderen Menschenfreund kennengelernt. Vielleicht war etwas dran an diesem Fremden. Er sah nun nicht wirklich besonders aus, aber er hatte wohl etwas. Es fiel mir auch schwer ihn einzuordnen. Gut, er schien auf der Durchreise zu sein, jedenfalls lässt seine Kleidung dies vermuten, aber das half mir nicht weiter. Seine langen Haare waren zwar auffällig, aber beim einordnen half mir das nichts. Meine Familie hatte auch immer lange Haare bei Männern bevorzugt, das unterstrich wohl den sowieso starken Haarwuchs. Nun, er war einfach ein Gast. Alles andere hatte hier nichts verloren.
„Das hier geht aufs Haus.“ sagte ich, als ich die Krüge auf den Tisch stellte „Für die kleine Unannehmlichkeit.“ Ich lächelte freundlich als ich mich dem Fremdem zuwand „Kann ich sonst noch behilflich sein?“ fragte ich, wohl wissend das ich diese Frage Karnos gar nicht erst stellen musste. Er wusste was er tun musste um hier etwas zu bekommen, schließlich war er es gewohnt das zu kriegen was er verlangt. Das musste man ihm lassen, er hatte Durchsetzungsvermögen, half ihm wahrscheinlich bei seinen Geschäften.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Mi Apr 15, 2015 6:53 pm

Wow, der Wirt scheint auch Gedanken lesen zu können, zum einen war mein Bier gerade leer geworden, zum anderen wollte ich auch ein zimmer haben... Mal schauen... Ok, verwirrend, ziemlich aggressiv, aber unterdrückt das gut... Nur irgendetwas war anders, genau bestimmen was es war, heute Abend musste ich da wohl mehr herausfinden. Keine Spur von Wissen zu den Mächten des Geistes, also reiner Zufall...
"Danke für das Bier, und tatsächlich, sie könnten mir vielleicht erzählen, wo ich hier ein Zimmer bekommen kann?"
Sein Geschäftssinn scheint geweckt zu sein, Breit grinsend antwortet er: "Aber natürlich kann ich das, ist schließlich mein Geschäft. Wir haben Räume in denen ihr vollkommen ungestört schlafen könnt, nicht wie irgendeine Hafenkneipe dessen Türen schon vom Ansehen aus der Angel fallen. Die Nacht kostet hier 1 Krone, Frühstück eingeschlossen."
Ah, sehr gut, das konnte man sich doch gefallen lassen. "Sehr schön, Ich werde vermutlich länger hier bleiben, für eine Woche sollte das doch erstmal reichen, oder?" Ich drückte ihm 10 Kronen in die Hand, Er grinste noch breiter. "Und wenn ihnen ihr Zimmer zu einsam zu sein scheint...", Sein Blick wanderte unauffällig in Richtung Vorhang. "Komm kurz mit, ich geb' dir die Schlüssel und Zeig dir das Zimmer." Ich leerte das Bier was er mir gegeben hatte, und erhob mich.
"Karnos, entschuldigt mich."

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Mo Apr 20, 2015 2:19 pm

Anscheinend hatte sich die Situation beruhig, sodass ich ruhigen Gewissens ins Bett gehen konnte.

Ich machte mich auf den Weg in den ersten Stock, in dem ich meine Räumlichkeiten hatte. In dem langen Flur wurden mehrere Räume geschaffen, die einem Haus glichen, nur waren sie weniger groß und alle waren sie für mich bestimmt. Es gab nur einen Schlüssel, sodass niemand sie betreten konnte. Die Tür war verstärkt, sodass sie niemand mit normaler Statur auftreten konnte, auch war zu meiner Sicherheit ein zweites Schloss angebracht worden, das man nur bei genauer Untersuchung fand.

Für den einen oder anderen mögen diese Maßnahmen etwas übertrieben erscheinen, aber hier, am Rande des Gesetzes, hielt ich sie für notwendig. Zumal viele betrunkene Gäste dieses Stockwerk passierten, um in ihre Zimmer zu gelangen.

Am anderen Ende des Flurs, weit außerhalb der Hörweite meiner Räumlichkeiten, befanden sich drei Zimmer, auf denen sich meine Mädchen mit der zahlenden Kundschaft vergnügen konnten.

Ich schaute zu allen Seiten, bevor ich das geheime Schloss öffnete und anschließend einen anderen Schlüssel in das sichtbare hineinsteckte und drehte.

Die Luft, die mir entgegenkam, war etwas muffig, was daran liegen mochte, dass ich seit gefühlten 24 Stunden nicht mehr dort gewesen war, um zu lüften.

Nachdem ich die Tür hinter mir verschlossen hatte, ging ich geradewegs ins Schlafzimmer, öffnete das Fenster einen Spalt weit und ließ mich ins Bett fallen.

Erst am Abend erwachte ich wieder, wusch mich, zog mir frische Sachen an, fütterte den armen Kater, der gleichermaßen dick und einsam schien und eilte in den Gastraum, um mir von meinem Geschäftspartner das Abendessen auftischen zu lassen.

Im Gastraum waren mittlerweile an die zwei Dutzend Leute, die das Zimmer zwar nicht ganz füllten, aber immerhin voll wirken ließen.

Wie die Gäste am Nachmittag, bekam auch ich einen Teller mit gebratenem Fisch und einigen Kartoffeln. Wie immer schmeckte es ausgezeichnet.

Mit Blick zu Belva fragte ich, ob alles den gewohnten Gang nehme und ob die Vorbereitungen für das anstehende Ereignis, er wusste natürlich, dass ich den Vollmond meinte, bereits getroffen seien.


Zuletzt von Headstrong am Do Apr 23, 2015 10:53 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Shoggoth am Di Apr 21, 2015 7:54 pm

Auch ohne Maria hatte ich keinerlei größere Probleme den Schankbetrieb aufrecht zu erhalten. Es war rein routinierte Arbeit, kaum ein Unterschied zu anderen Tagen. Natürlich gab es auch Tage an denen mehr getan werden musste, aber heute war ein recht ruhiger Arbeitstag. Es war die übliche Mischung aus Halsabschneidern, Trinkern, Edelmännern, stummen Gestalten und... naja, so ziemlich allem.
Irgendetwas war mir bei diesem Fremden, der an Karnos Tisch saß, suspekt, aber ich konnte den Finger nicht drauf legen. Wird wohl nichts gewesen sein. Man lernte die Sonderbarkeit der Anderen zu akzeptieren.
Zugegeben, die Tage vor dem Vollmond machten die Arbeit generell etwas schwerer, doch auch das war ich gewohnt. Schließlich musste ich damit leben.
Auch kam Marias Frage nicht unerwartet. Es war nicht einfach für mich die Tage unentdeckt zu bleiben. Und vor allem Schutz vor mir zu gewährleisten. Als Jäger war es mir ein Leichtes mich irgendwo in der Wildnis zu verwandeln. Das nächste Dorf weiter entfernt als ich in einer Nacht rennen konnte. Aber hier in der Stadt... Nun, egal wie menschenleer die Gassen manchmal wirken können, als Biest konnte ich sie nicht durchwandern. So musste ich mir etwas einfallen lassen.
Die einfachste Lösung waren Ketten und schwere Türen in sehr tiefen Kellern. Nur brauchte ich dabei Hilfe. Ich konnte mich schließlich nicht selbst anketten oder befreien, und jemand musste die Tür verschließen. Von außen, natürlich.
Es benötigte eine ganze Menge Arbeit einen Raum so herzurichten, dass er mich als Bestie halten konnte und dazu noch versteckt ist und bleibt. Zwar hatte ich eine Möglichkeit gefunden diese Maßnahmen weitestgehend obsolet zu machen, nur führte manchmal kein Weg daran vorbei.
Beim Gedanken an diesen düsteren Ort schüttelte es mich beinahe. Verständlich, niemand verbrachte dort gerne seine Zeit. Aber, es funktionierte. Und das war der wichtigste Punkt.
Den Schlüssel zu diesem grausamen Raum verwahrte Maria, so bald ich ihn betrat hing mein Leben daran ihr zu vertrauen. Und im Zweifel das Leben vieler Anderer. Ich hatte sie einmal gebeten sich eine Silberwaffe zu besorgen, im Falle aller Fälle. Ob sie diesem Rat gefolgt ist, weiß ich nicht. Ich will es auch nicht wissen.
Ich nickte Maria zu „Ja, ich habe alles. Und du hast hier alles im Griff?“ Nicht das ich Zweifel hätte, sie war souverän im Umgang mit den Kunden und bisher hatte es niemanden interessiert was ich tat während ich nicht hier war. Sie wusste also wie man mir die fleißigen kleinen Ohren vom Leib hielt.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am So Mai 03, 2015 6:29 pm

Ich schaute Benjamin hinterher, als er aufstand und dem Wirt folgte. Der Junge schien recht sorglos mit seinem Geld umzugehen, keine gute Angewohnheit, wenn man an Orten wie diesem verkehrt...
Aber das soll nicht meine Sorge sein... Ich aß meine Mahlzeit in einigen wenigen Bissen zu ende und wartete ob mein Gesprächspartner sich wieder zu mir gesellen würde... aber bevor er dies tat, betrat einige bekannte Gesichter das Etablissement: „Bekannte“ von mir, die Art von Personen zu denen man geht, wenn man Informationen über gewisse, nicht-offizielle Vorgänge erhalten möchte.

Ich leerte den neuen Krug mit Bier in drei großen Schlücken – einer der Vorteile meines Zustandes ist die schwächere Wirkung von Giften, allerdings kommt damit unter anderem auch eine Abstumpfung der Sinne  einher – und gesellte mich dann zu einem der Neuankömmlinge.

Nach einer ganzen Zeit und mehreren Bier später, war ich auf dem Laufendem was die Verfassung des Grafen und die Umstände des Anschlags anging. Zusätzlich hatte ich meine Quellen angewiesen mehr über Herr Geldwin in Erfahrung zu bringen. Ich bezweifelte, das sie viel erfahren konnten, er sah nicht so auf als ob er schon lange in der Stadt weilte und Nachrichten zwischen den Dörfern und Städten reisten nun mal langsam, aber schaden konnte es nicht. Ich suchte mir letzten Endes einen Platz am Rande des Schankraums, irgendwo im Schatten und beobachtete von dort aus das Treiben im selbigen. Gelegentlich kam einer der Gäste an mich heran getreten und erkundigten sich nach bestimmten Gütern, die sie erwerben wollten. Gift war – wenig überraschend - nicht darunter. Die meisten die Interesse an solchen Waren hatten, waren momentan nicht im Gasthaus. Kein Wunder, ich hatte auch vor unterzutauchen und den Sturm abzuwarten, der sich langsam zusammen braute.

Maria war kurz nach Benjamin nach oben verschwunden, vermutlich um sich eine Weile auszuruhen, wie sie es öfter am Nachmittag tat. Am Abend betrat sie wieder den Schankraum und erhielt von Belva direkt einen Teller Fisch serviert. Ich persönlich plante, noch eine Weile im Schankraum zu sitzen und mehr über unseren Neuankömmling mit der merkwürdigen Hautzeichnung herauszufinden...
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Do Mai 14, 2015 4:07 pm

Das Zimmer, das mir der Wirt gab, war eindeutig eines der Besten, das ich seit langem gesehen hatte. Ich hatte das zwar schon bei einheimischen gesehen, als ich mich nach dem besten Gasthaus "erkundigt" hatte, aber die Bestätigung war umso besser. Gerade in dieser etwas schäbigeren Gegend erwartete man, auf einem Strohsack in einem Gemeinschaftsschlafsaal zu liegen, aber nicht auf einer mit Schafswolle ausgestopften Matratze. Heute Nacht würde ich hier vermutlich gut schlafen. Die Tür und das Schloss sahen auch so aus, als würden sie einiges aushalten. Ich legte die wenigen Habseligkeiten die ich hatte auf das Bett, und ging wieder in den Schankraum. Der Alchemist war gerade aufgestanden, um sich zu einer Gruppe Neuankömmlingen zu gesellen. Ich wollte ihn nicht von seinem eventuell Geschäftsgespräch abhalten, und beschloss mich ein wenig in der Stadt umzusehen.
Ich suchte Orte, an denen man gut die Stimmung in der Stadt erkennen konnte, also ging ich zuerst einmal zu den Märkten, wobei mir schnell auffiel, das ich für den Großen Trubel zu spät war, da die meisten Waren waren schon verkauft. Den einen oder anderen Gedankengang konnte ich aber immer noch beobachten. Anscheinend, war die ganze Stadt mit dem Attentat beschäftigt.
Jene Plätze, wo sich die Großen sich trafen, die die Geschicke dieser Stadt lenkten, oder zu lenken glaubten, hatten meist noch weitere interessante Informationen zu bieten. Ich ging also zum Ratsgebäude, und betrat es unauffällig. Die Aristokraten machten sich anscheinend einen Schönen Tag, das Imposante Ratsgebäude hatte ich mir wohl umsonst angesehen. Nichts war anders als in jeder Stadt auch, und hier gab es nichts interessantes zu erfahren.
Die Wachen, die mich zufällig nicht gesehen hatten, als ich hier herein gegangen war,  ignorierten mich auch, als ich das Gebäude wieder verlassen hatte. Nach ein paar hundert Metern bemerkte ich eine Gruppe von 4 schwer bewaffneten Wachen, die bei einem der Größeren Häuser hier standen, und lautstark Einlass verlangten. Mal schaun, was hatten die hier vor..... Eine Festnahme, der Adlige.... Cheron Krysalis war wohl sein Name... schien irgendwie mit dem Tödlich verwundeten Leibwächter zu tun zu haben...
Als sie ihn herausführten, versuchte ich mehr zu erfahren...- er schien verblüfft zu sein, mit so einem Grausamen Verbrechen in Verbindung gebracht zu werden. er schien nichts damit zu tun zu haben. entweder ein Unschuldiger, oder jemand der seinen Geist zu gut kontrollieren konnte. Ich vermutete ersteres.Die Wachen waren sich aber absolut sicher, das er direkt beteiligt war.
Die 4 brachten ihn jetzt in einen der Kerker der Stadt, eventuell auch zu einer etwas unangenehmeren Befragung, dort würden sie aber vermutlich wenig herauszufinden. Also entschied ich mich weiter durch die Stadt zu schlendern, und mir ihren Grundriss einzuprägen.

Die Stadt war ohne zweifel die Größte Stadt hier in der Gegend, auch wenn sie nicht mit der Opulenz der Hauptstadt konkurrieren konnte. Aber der Fluss an dem sie gebaut war, sowie die Handelsstraße, die nach Osten führte, sorgen für einen Gewissen Wohlstand. Das Viertel der Adligen war auf einer Kleinen Anhöhe gebaut, deren Zentrum das Gebäude des Rates bildete. Von dort aus konnte man wohl die Ganze Stadt Überschauen. Direkt südlich führte die Handelsstraße vom Fluss nach Osten. Am Fluss Fand man die das Marktviertel, und Südlich der Straße ein paar Handwerker, die Versuchten ihre Wahren an den Man zu bringen. Dieser Komplex wurde von einer Stadtmauer eingeschlossen, die Durchaus imstande war, größere Armeen aufzuhalten. Vor dem Osttor lag das Armenviertel, dort schienen die Arbeiter zu wohnen, genauso wie die Bettler. Dort lag auch der zwitschernde Löwe, dem ich mich gegen Abend auch wieder zuwandt.

Als ich eintrat verließ der Wirt, Belvas hieß er wohl,  nach ein Paar Worten mit der Wirtin den Schankraum, es schien mir so, als hätte er ihr die Leitung für heute Abend übergeben. Da der Hunger mich wieder quälte ging ich bei der Schankwirten vorbei, und bat sie um einen Teller mit Brot und etwas Käse, und suchte nach einem Tisch. In der Ecke saß Cemuri alleine an einem Tisch, und ich entschied mich, ihm Gesellschaft zu leisten und ihn bei der Gelegenheit nach Cheron Krysalis zu fragen: "Ah, Cemuri, entschuldigt, das ich unser Gespräch heute Mittag unterbrochen habe, als ich wieder herunterkam, fand ich euch in einem Gespräch mit einer Kleinen Gruppe, da wollte ich nicht stören. Kennt ihr zufällig einen Krysalis? Ich glaube Cheron mit Vornamen."

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Headstrong am Di Jun 09, 2015 4:48 pm

Ich bereitete den Teller für den Gast nach seinen Wünschen vor. Als ich ihn zum Tisch bringen wollte, bekam ich Gesprächsfetzen mit. Ich konnte erahnen, dass es um den Angriff auf den Adelsmann ging. Worum auch sonst? Derzeit war dieser Thema an jedem Tisch. Selbst wenn nicht, würde es mich wenig kümmern, wieso auch? Derzeit hatte ich genug andere Probleme. Das bevorstehende Ereignis zum Beispiel. Bis dahin musste ich noch dafür sorgen, dass die Mädchen ihre Choreographie beherrschten, die Kostüme fertig waren und für die Dekorationen gesorgt war.

Glücklicherweise hatte ich alles bereits bestellt, sodass ich das meiste nur noch abholen müsste. Die größeren Sachen würde der Händler liefern, so war zumindest die Vereinbarung.

Währen ich vor meinem inneren Auge die Zahlen überschlug und versuchte auszurechnen, wie viel Zeit ich noch hatte, bis das Konzept umgesetzt werden müsste, trat der Hauptmann der Wache herein. Er war neu im Geschäft, ein Mann aus dem niederen Adel, der seine Stellung nichteinmal mehr erkaufen musste. Glücklich sah er nie aus, aber zumindest schien er noch nicht all die Gerüchte über unser Etablissement vernommen zu haben. Furchtlos schlich er seit einiger Zeit in einfacher Zivilkleidung hinein, setzte sich an die Bar, trank sein Bier und ging sogleich wieder. Offenbar hatte er gefallen daran gefunden, die Stille in sich aufzunehmen, denn wie laut es auch sein mochte, er war stets ruhig und strahlte solch starke Ignoranz aus, dass ich ihn glatt als Kellner einstellen würde.

Doch heute schien er gesprächiger zu sein, als sonst.

"Ein Bier für jetzt und zwei für später, bitte.", bestellte er schließlich nach langem Bedenken.

"Gleich drei? Mutig, mutig.", scherzte ich und begann, das erste zu Zapfen. "Schlechten Tag gehabt?", schob ich mit gespieltem Interesse hinterher.

"Ihr wisst ja, die Arbeit eines Hauptmanns... Stets nervenaufreibend. Könnte ich doch nur stattdessen ein Rekrut sein... Könnt Ihr euch mich als Rekruten vorstellen? So, wie die arbeiten, wäre ich herausragend. Herausragend, sag ich Euch.", lallte er vor sich hin. Offensichtlich hatte er bereits einiges intus gehabt, oder er spielte mir was vor. Zumindest hatte er bei der Bestellung zwar mit Pausen, aber wenigstens deutlich gesprochen.

"Nervenaufreibende, aber dennoch wichtige Arbeit, die Ihr da zu verrichten habt. Von Rekruten darf man nichts erwarten, aber Ihr als Hauptmann seid doch der Schäferhund unter den Schafen. Seht Ihrs nicht als Ehre an, euren Dienst für unsere wunderschöne Stadt zu tun?", säuselte ich gelangweilt. Aufgesetzte Begeisterung ließ mich oft und schnell ermüden. Zwar hatte ich nichts gegen Männer der Wache, aber um ehrlich zu sein, hielt ich wenig davon, über die tägliche Arbeit der Kunden zu plaudern. Mich fragte ja auch keiner, wies bei mir lief.

"Recht habt Ihr! Zu wenig werde ich gewürdigt. Mein Vater... Ihr wisst ja, mein Vater... wollte nicht, dass ich Zimmermann werde. Dabei arbeite ich doch so gerne mit Holz. Nein, mein Sohn, du wirst Hauptmann hatta zu mir gesagt. Ich bettelte und flehte, und was hab ich jetzt davon? Ein Dasein als Hauptmann bis in alle Ewigkeit.", nach wie vor lallte er, nur wurde seine Stimme lauter, sodass ihn jeder, der an den nahe gelegenen Tischen saß, hätte hören können. Ich schob ihm sein Bier vor die Nase.

"Ihr seid ein Scherzkeks.", antwortete ich laut und deutlich, lachte etwas und wandte mich von ihm ab, ehe er noch etwas anderes dummes sagen konnte. Auf noch mehr Rangeleien und Ärger hatte ich keine wirkliche Lust. Ich war froh, dass die Hunde nicht auf "Hauptmann" angeschlagen hatten.
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Skorm am Do Jun 11, 2015 6:24 pm

"Kennt ihr zufällig einen Krysalis? Ich glaube Cheron mit Vornamen."
"Wieso wollt ihr das wissen, Geldwin? Von Cheron habe ich gehört, er ist einer der reichsten Adeligen hier in der Stadt. Unter dem Adel nicht sehr beliebt, meine ich. Man sagt er stimmt dem Baron nicht in vielen Angelegehenheiten zu und ist auch noch recht deutlich darin. Seine Ansichten sind wohl recht radikal, mehr politische Macht – also überhaupt irgendwelche – an die Bürger... ihr wisst schon. So ein merkwürdiges Zeugs halt. Ansonsten kann ich euch nicht sehr viel zu ihm sagen..." krächzte sich möglichst deutlich, auch wenn der Alkohol meine Zunge schon langsam ein bisschen schwerer werden ließ. Betrunken war ich noch lange nicht, aber das ich Bier genoßen hatte, merkte ich schon. Allerdings bezweifelte ich, dass mein Gegenüber etwas davon mitbekam....

Ach ja, Krysalis ist außerdem noch einer meiner besten Abnehmer für Gifte aller Art, um genau zu sein, einer meiner besten Kunden, vollkommen egal ob es um Gifte oder andere Mixturen geht, fügte ich gedanklich noch hinzu, ließ mir aber nichts anmerken. Ich hatte gelobt meine Kunden nicht zu verraten und das tat ich auch nicht. Zum einen, da ich – sobald dies bekannt würde – meinen Laden schließen könnte, zum anderen weil mir Ehrlichkeit und Verlässlichkeit wichtig waren. Ich log zum Beispiel auch nur sehr ungern, aber manchmal war es nunmal nicht zu vermeiden.

Ich wollte Geldwin gerade fragen, warum er sich plötzlich für Cheron Krysalis interessierte, als einer der neueren Stammgäste hinein kam. Normalerweise achtete ich nich auf das Kommen und Gehen einzelner Gäste, aber dieser Herr war mir schon vor einigen Wochen aufgefallen. Er wirkte eigentlich nicht bemerkenswert und genau das hatte mein Interesse geweckt. Er schien nur hier her zu kommen um sein Bier zu trinken. Er interessierte sich weder für die "Damen", noch für andere Dienste, die Gäste unter der Hand anboten. Zusätzlich hatte er die Haltung eine Person, die im bewaffneten Nahkampf ausgebildet war und sein Gesicht kam mir auch irgendwoher bekannt vor...

Ich nahm mir vor mich mal nach dem mysteriösen Mann zu erkundigen, aber das konnte bis später warten...

Interessant, er unterhielt sich mit Maria und einige der Personen, die in der Nähe saßen, schienen auf einmal nervös zu sein. Dann lachte Maria aber und die meisten entspannten sich wieder.... Der Kerl musste irgendetwas gesagt haben, irgendetwas dummes... vielleicht hatte er Maria beleidigt? Andererseits wirkte er nicht wütend sondern eher deprimiert... und angetrunken. Wer kommt angetrunken in eine Kneipe? Die meisten besorgten sich hier Bier doch gerade hier.... Der Kerl war schon ziemlich merkwürdig...
Na ja, aber eigentlich hatte ich gerade wichtigeres zutun, als mich über irgendeinen unbescholtenen Bürger zu wundern, der vermutlich nur etwas begriffsstutzig war, in welches Lokal er hier hinein gestolpert kam. Ich konzentrierte meine Aufmerksamkeit wieder auf meinen Gesprächspartner. Soweit ich es mitbekommen hatte, hatte dieser noch nicht auf meine Antwort reagiert, aber ganz zugehört hatte ich dem Jüngelchen gerade nicht...
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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

Beitrag von Hades0299 am Fr Jun 26, 2015 6:21 pm

Ein Adliger, unbeliebt bei dem Baron, aber vielleicht beliebt beim einfachen Volk.... Ist wohl in das Kreuzfeuer seiner Gegner geraten, deren Komplott ihn wohl an den Galgen bringen sollte.
Ich wollte gerade antworten, und ihm von der Gefangennahme des Grafen erzählen, als seine Aufmerksamkeit zu Tresen abgelenkt wurde. Ich folgte seinem Blick und sah wie die Wirtin sich von einem Mann abwandte, der von den umsitzenden leicht schief angeschaut wurde. Wer war das? Mal schauen... Hauptmann der Wache, nach Dienstschluss, hatte schon ein bisschen was getrunken. Er war wohl nicht freiwillig Hauptmann, wollte Zimmermann werden...
Der war hier, um seine Wut in Alkohol zu ertränken.

Ich wand mich wieder dem Alchemisten zu, und wartete, bis seine Aufmerksamkeit zu mir zurückgekehrt war.
"Ich bin nach unserem Gespräch kurz durch die Stadt gegangen, und wurde zufällig Zeuge davon, wie Krysalis von einer handvoll Wachen in den Kerker eskortiert worden ist. dabei haben die etwas davon Geredet, das sie jetzt endlich den Mörder oder den Drahtzieher hinter dem Anschlag auf den Wachmann gefasst hätten. Für mich wirkte er eher wie jemand, der keinen Mord begehen würde, selbst wenn es ihm große Vorteile einbringt. Mal Abgesehen davon, schien er sehr überrascht von den Anschuldigungen zu sein." Ich konnte ihm schlecht sagen, das ich Gedanken lesen konnte, somit musste ich das etwas wage Formulieren.
"Was meint ihr, steckt er dahinter, oder hat er sogar selbst die Waffe geschwungen?"
Ich hatte zwar nicht vor, den Mörder zu finden, bzw. der Wache zu übergeben, aber solche Ereignisse waren einfach zu interessant, und mit irgendetwas musste ich meine Zeit ja verbringen, wenn ich nicht gerade Reiche Händler nicht mehr ganz so reich machte.
Er schien genau über seine Antwort nachzudenken. Was wusste Karnos genau? Er war nicht nur Alchemist, das hatte mir mein Versuch heute Mittag gezeigt. Gab es nicht ein Buch in dem so ein Phänomen genannt wurde? Ich konnte mich leider nicht mehr genau erinnern, was es war. Morgen musste ich in  der Stadt mal nach jemandem suchen, der ein Paar Bücher zum Thema Gedankenlesen hatte, hoffentlich gab es überhaupt so jemanden. Ich sollte heute Nacht meine Gedanken über die Stadt schweifen lassen und hoffen, das ich durch Zufall so jemanden fand.
Karnos Cemuri schien zu einer Antwort ansetzen zu wollen.

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Re: Gaststätte Zum Zwitschernden Löwen

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